
Am 10. Oktober ist es soweit. Zum zweiten Mal verwandelt sich die einzigartige Kulisse des historischen Gradierwerks im niedersächsischen Solbad Rothenfelde in ein Theater der Projektionen. Bewegte Bilder auf einer künstlichen Schwarzdornhecke: 112 m hoch, insgesamt fast 1 km lang, über den Wall aus Reisigbüscheln rieselt als dünner Schleier Salzwasser herab. Projektionen können wie Malerei und Plastik eine eigene Kunstform sein.
Bei der ersten Biennale traten u. a. nie gesehene Mikrowelten überdimensional ins Licht. Dagegen zielt die 2. Biennale auf Strukturen, Gegensätze, Brechungen mit dem höchst individuellen Ort. Die ursprüngliche Idee, vom Salzkristall auszugehen und Bildwelten des Prismatischen, Konstruktiven auf die Wände zu werfen, hatte die weitläufigere Imagination der KünstlerInnen nicht genügend bedacht.
Die Entwürfe gingen jedoch weit über äußere Strukturen hinaus: Sie sehen (wie die Bibel) "das Salz der Erde" im Menschen. Etliche Projektionen zeigen so einen schwierigen Lebensweg durch Wälder, von den 4 Elementen umtost, dem Wasser und den Wellen, Tod und Zerfall ausgesetzt, aber auch als Gang auf dem Regenbogen. Ein Blick auf die simple Zielstrebigkeit der Ameisen bietet sich zum Vergleich. Ein blitzendes Panorama geometrischer Figuren erinnert an die Basisidee. Vielfalt und Phantasie erfinden die Biennale neu.
Manfred Schneckenburger
Bei der ersten Biennale traten u. a. nie gesehene Mikrowelten überdimensional ins Licht. Dagegen zielt die 2. Biennale auf Strukturen, Gegensätze, Brechungen mit dem höchst individuellen Ort. Die ursprüngliche Idee, vom Salzkristall auszugehen und Bildwelten des Prismatischen, Konstruktiven auf die Wände zu werfen, hatte die weitläufigere Imagination der KünstlerInnen nicht genügend bedacht.
Die Entwürfe gingen jedoch weit über äußere Strukturen hinaus: Sie sehen (wie die Bibel) "das Salz der Erde" im Menschen. Etliche Projektionen zeigen so einen schwierigen Lebensweg durch Wälder, von den 4 Elementen umtost, dem Wasser und den Wellen, Tod und Zerfall ausgesetzt, aber auch als Gang auf dem Regenbogen. Ein Blick auf die simple Zielstrebigkeit der Ameisen bietet sich zum Vergleich. Ein blitzendes Panorama geometrischer Figuren erinnert an die Basisidee. Vielfalt und Phantasie erfinden die Biennale neu.
Manfred Schneckenburger