Geschichte

Geschichte

Als im Jahr 2004 die familiengeführte Unternehmensgruppe heristo AG ihren Firmensitz nach Bad Rothenfelde verlegte, kündigte sich im ländlich gelegenen Solekurort ein kultureller Aufbruch an. Angeregt durch die beeindruckenden Ausmaße des historischen Gradierwerks entwarf der Firmeninhaber Heinrich W. Risken die Vision einer künstlerisch gestalteten Ortsmitte. Mit kompetenter Beratung stand ihm Paul Anczykowski zur Seite. Dieser war in den 60er und 70er Jahren freischaffender Filmemacher und Träger des Bundesfilmpreises 1969 sowie Wettbewerbsteilnehmer der Filmfestspiele Cannes

von 1969 und 1972 – seine visuelle Kraft war sicherlich ausschlaggebend für den Impuls, lichtsicht zu inszenieren.

In Zusammenarbeit mit der Gemeinde Bad Rothenfelde gründete Heinrich W. Risken 2004 eine Kulturinitiative, die es zunächst dem Künstler Louis Chacallis ermöglichte, 2005 die Skulptur „Die Träger des Himmels“ im Ortszentrum zu realisieren. 2007 folgte das ambitionierte Großprojekt lichtsicht, die weltweit einzige Projektions-Biennale. Die Kulturinitiative mündete schließlich in die Gründung der Heinrich-W.-Risken-Stiftung, die lichtsicht seither federführend fördert.


Gradierwände als gigantische Projektionsflächen: Die Initiatoren entdeckten in den bizarren Formen und farbigen Verkrustungen des Astgeflechts ein ideales Experimentierfeld für die expandierende Lichtkunst. Als Kurator beriefen sie den Kunsthistoriker Manfred Schneckenburger, Leiter der Documenta 6 (1977) sowie  8 (1987) und ehemaliger Rektor der Kunstakademie Münster. Er lädt seit 2007 alle zwei Jahre internationale KünstlerInnen zur lichtsicht ein, mit ihren aktuellen Projektionen die beiden Gradierwerke zu bespielen, um so die herausfordernden Möglichkeiten und Bedingungen ihrer Kunst vor Ort auszuloten.


Gradierwerke

Gradierwerke
 


Fotos: Manfred Nieweler 

11.000 Quadratmeter Rieselfläche sorgen in Bad Rothenfelde seit Mitte des 18. Jahrhunderts dafür, dass sich Quellsole durch Ablagerungen von Mineralien und Verdunstung von 6 auf 24 % Salzgehalt anreichert. Während in Mittelmeerländern riesige Salzwiesen angelegt werden, bieten hiesige Gradierwerke durch das dichte Geäst des Schwarzdorns, aufgeschichtet in einem Holzständerbau, die für die Salzgewinnung benötigten Flächen.

In Bad Rothenfelde stehen auf historischen Grundmauern zwei Bauwerke aus Fichtenholz: Das „Alte Gradierwerk“ von heute


13 Metern Höhe und 112 Metern Breite wird seitlich durch Holzpfeiler abgestützt. Das „Neue Gradierwerk“ hingegen ist mit seiner Höhe von 10 Metern und seiner Breite von 412 Metern das größte stützenfreie Bauwerk Europas überhaupt. Der Kurort verdankt der Entdeckung und Erschließung des Solevorkommens in 3000 Metern Tiefe seine Entstehung und seinen frühen Wohlstand.


Weitere Informationen zu den Gradierwerken