Gradierwerk

Gradierwerk

Salz, das „weiße Gold“, war schon in der Frühzeit ein begehrter Stoff. Jedes Lebewesen braucht Salz (NaCl) zum Überleben, auch der Mensch. Daher hat man schon früh begonnen Salzvorkommen zu erschliessen. Die bergmännische Gewinnung von Salz ist nur in einigen Teilen Deutschlands mit großem Aufwand möglich. Es gibt aber noch eine andere Möglichkeit Salz zu gewinnen - nämlich aus dem Salzwasser der Meere oder aus Salzbrunnen. Das salzhaltige Wasser, welches man in Brunnen oder Quellen vorfindet, nennt man Sole.

Die Sole tritt an vielen Stellen Deutschlands als Quelle zu Tage. Die Menschen sind zu der damaligen Zeit oft durch Tiere, die das salzhaltige Wasser gern getrunken haben, auf die Quellen aufmerksam geworden. Man hat sich dann überlegt, wie man das Salz aus dem Wasser lösen kann. Man hatte beobachtet, dass sich bei der Verdunstung der Sole das Salz absetzte.

Da der Verdunstungsvorgang, im Gegensatz zu Gegenden mit viel Sonne, hier in unseren Breiten recht lange dauert, hat man überlegt, wie man ihn beschleunigen kann. Bereits in der Steinzeit verwendete man dazu kleine keramische Tiegel, in die die Sole gefüllt wurde und die man dann erhitzte. Diese Art der Salzgewinnung wird mit „Briquetage“ bezeichnet.

Nur leider ist der Salzgehalt der Sole aus den meisten Quellen sehr gering. Man musste also eine Möglichkeit finden, den Salzgehalt zu erhöhen, um bei dem Verkochen der Sole Brennmaterial einzusparen. Der maximale Salzgehalt von Wasser bzw. Sole beträgt ca. 28 %. Diese Solekonzentration kann man am einfachsten durch natürliche Verdunstung erreichen. Man hat dafür sogenannte „Leckwerke“ entwickelt. Das waren leicht schräg stehende Gestelle, die mit Stroh bekeidet waren und unten eine Auffangrinne hatten. An diese Wände wurde nun mit großen Schaufeln die Sole angeworfen. Sie verteilte sich auf den Strohballen, durch Wind und Sonne verdunstete das Wasser und reicherte so den Salzgehalt der aufgefangenen Sole bis fast zur Sättigung von ca. 24 % an.

Der Betrieb der Leckwerke war, wie man sich denken kann, aufwändig und mühsam. Der Vorgang musste also „automatisiert“ werden und so erfand man die Gradierwerke oder auch Gradierbauten. Früher wurde der Salzgehalt in „Grad“ und nicht wie heute üblich in Prozent, angegeben. Der Name Gradierwerk leitet sich also von „gradieren“, dem Erhöhen des „Grades“ der Sole ab.

Die Funktion eines Gradierwerks ist genial einfach: man lässt die Sole an einer möglichst rauhen Wand herunterlaufen, wobei sich die Wassertropfen an der rauhen Fläche aufspalten. Das Wasser verdunstet und der Salzgehalt des Wassertropfens nimmt zu. Wenn eine leichte Brise herrscht, funktioniert der Vorgang noch besser. Unten fängt man die Sole in einem Behälter auf und leitet sie zur Saline, d.h. zum Salzwerk, wo sie in großen Pfannen erhitzt wird und das Salz abgeschöpft werden kann.

Mehr Infos unter: www.gradierwerke.de

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