Kulisse

Die Bad Rothenfelder Gradierwerke

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Neben der imposanten visuellen Größe bemerkt jeder Besucher der Gradierwerke sofort die prickelnd-frische Luft und den leichten Salzgeschmack auf den Lippen. Diese Bauwerke, die heute Bad Rothenfelde zu einem Heilbad machen, sind einst Bestandteil der Salinen oder Salzfabriken gewesen. Das Alte Gradierwerk stammt aus den Jahren 1773 - 1777, das neue wurde 1818 - 1822 auf einer Länge von 412 Metern errichtet. Die ersten Gradierwerke sollten also keineswegs der Gesundheit dienen. Als Teil der Salzproduktionsstätten übernahmen sie die Aufgabe der Salzwiesen, wie sie im Mittelmeerraum vorkommen. Auf diesen Flächen verdunstet das Meerwasser, bis die Salzkonzentration so groß ist, dass Salzkristalle entstehen. An den Dornenwänden wird die Sole bis zur Kristallisierung des Salzes abgerieselt. Also gerade so lange, dass die Zeit für die Salzsiedung auf ein Minimum reduziert wird.

In vielen Gebieten, wo es zwar Quellsole mit geringerem Salzgehalt, aber nicht genügend Verdunstungsflächen gibt, wurde diese Erfindung aus der Lombardei errichtet. Bad Rothenfelde hat übrigens mit 10.000 qm Rieselfläche die längste Gradierwerksanlage Westeuropas, die ganzjährig in Betrieb ist. Erst ab -20°C wird das Gradierwerk abgeschaltet.

Die Gradierwerke sind in Holzständerbauweise aus Fichtenholz errichtet und mit Schwarzdorn ausgefüllt. Die feine Verästelung des Schwarzdorns bewirkt einen optimalen Verdunstungsprozess. Außerdem verliert dieser selbst unter der Einwirkung der Sole seine Rinde nicht. Die bizarren Versteinerungen an den Wänden bestehen keineswegs aus Salz, sondern sind eine Ablagerung aus Eisen, Gips und Kalk. Diese Partikel hat die Sole neben Mineralstoffen und Kohlensäure von ihrem langen Weg aus mehr als 3000 m Tiefe mitgebracht. Das Verrieseln der Quellsole ist damit auch gleichzeitig ein Reinigungsprozess. Es dauert übrigens ca. 30 ‒ 40 Jahre, bis die Steinwände so dicht werden, dass sie durch frischen Schwarzdorn ersetzt werden müssen. Heute werden die Dornenbündel bereits nach 15 Jahren partiell ersetzt.

Die Bad Rothenfelder Wahrzeichen werden seit der Schließung des Rothenfelder Salzwerkes 1969 als Freiluft-Inhalatorien genutzt. 1989 stürzte ein Teil des Alten Gradierwerkes ein. Erst sieben Jahre nach dem Einsturz wurde der Wiederaufbau dieses Denkmals realisiert.

Geschichte

  • Foto: lichtsicht gemeinnützige gmbh
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Gradierwerk

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Technik

  • Foto: lichtsicht gemeinnützige gmbh
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FAQ

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